Die Entdeckung eines außergewöhnlich reich ausgestatteten eisenzeitlichen Grabes nahe Bad Camberg sorgt derzeit weit über Hessen hinaus für Aufmerksamkeit. Das Grab einer hochrangigen Persönlichkeit aus der frühen Latènezeit (5. Jh. v. Chr.) wurde im Zuge archäologischer Untersuchungen vor dem Bau eines Solarparks entdeckt und zählt bereits jetzt zu den bedeutendsten eisenzeitlichen Neufunden der vergangenen Jahre in Hessen.
Zu den bislang bekannten Beigaben gehören Goldschmuck, Waffenreste sowie eine etruskische Schnabelkanne, die von weitreichenden Kontakten und dem hohen Status der bestatteten Person zeugen. Besonders bemerkenswert ist zudem der Nachweis einer Wagenbestattung. Bereits die ersten Untersuchungen lassen erkennen, dass der Fund neue Einblicke in die Sozialstrukturen, Fernkontakte und Bestattungssitten der frühen Eisenzeit verspricht.
Weniger sichtbar als die spektakulären Funde selbst ist jedoch die wissenschaftliche Zusammenarbeit, die ihre Erforschung ermöglicht. Ein Beispiel für die Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen ist die Kooperation zwischen der hessenARCHÄOLOGIE und dem Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz – beide langjährige Partner im Verbund Archäologie Rhein-Main (VARM). Während die hessenARCHÄOLOGIE die Ausgrabung, Restaurierung und denkmalpflegerische Betreuung des Fundes verantwortet, bringt das LEIZA seine Expertise im Bereich moderner bildgebender Verfahren und naturwissenschaftlicher Untersuchungsmethoden ein. So werden die geborgenen Erdblöcke derzeit mittels hochauflösender Computertomographie untersucht.
Für den VARM ist die Kooperation zwischen der hessenARCHÄOLOGIE und dem LEIZA ein anschauliches Beispiel für den Mehrwert institutioneller Netzwerke. Über Landesgrenzen hinweg arbeiten die Partner des Verbundes gemeinsam daran, archäologische Quellen zu erschließen, neue Forschungsmethoden zu entwickeln und das kulturelle Erbe der Region zu erforschen. Das Fürstengrab von Bad Camberg zeigt eindrucksvoll, wie fruchtbar diese Zusammenarbeit sein kann.
Weiterführende Informationen finden sich in der offiziellen Pressemitteilung:
Der Keltenfürst des Taunus | denkmal.hessen.de



Bilder (von links nach rechts):
1. Das Planum des neu entdeckten Fürstengrabs bei Bad Camberg mit freigelegtem Goldschmuck.
(© Lars Görze M.A., hessenARCHÄOLOGIE)
2. Der geborgenen Goldschmuck wurde in der Restaurierungswerkstatt der hessenARCHÄOLOGIE sorgfältig gereinigt und untersucht.
(© Lars Görze M.A., hessenARCHÄOLOGIE)
3. Geborgenen Blöcke wie die etruskische Schnabelkanne werden im Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz mittels Computertomografie untersucht.
(© Christine Henke, hessenARCHÄOLOGIE)






